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Gamersfera-Redaktion
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Greenawalts Abschied ist keine Ruhestandsgeschichte: Es könnte das Ende von Xbox-Rennsimulationen sein

Mit dem Ruhestand von Dan Greenawalt und der Eingliederung von Turn 10 in Playground Games verliert die Simulationsseite von Forza ihren letzten Fürsprecher. Fans sollten besorgt sein.

Veröffentlicht
30. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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Foto: Xbox Game Studios / Steam (uso editorial)

Wie nennt man ein Rennspielstudio, das weder einen Namen noch einen Mitgründer noch offenbar ein Flaggschiff-Spiel hat, das es zu schützen gilt? Xbox würde wohl Fortschritt sagen. Wir nennen es eine stille Beerdigung.

Dan Greenawalt verlässt Microsoft nach 27 Jahren. Wie Gamekult berichtet, und zwar auf Grundlage des Scoops von Tom Warren bei The Verge, gründete er Turn 10 im Jahr 2001 mit, leitete Forza Motorsport ab 2005 und wurde 2012 Creative Director der Marke. Trevor Williams, Chef von Playground Games, würdigte ihn intern, und laut Mezha sagte Williams, Greenawalt habe entschieden, dass es der richtige Zeitpunkt für den Ruhestand sei.

Der Zeitpunkt ist die eigentliche Geschichte. Turn 10, das laut Gamekult 2025 bereits 70 Stellen verloren hatte, wurde in Playground Games eingegliedert und in Playground Games Redmond umbenannt. Die Aufgabe besteht nun darin, bei Forza Horizon und Fable zu helfen. Pure Xbox geht weiter und schreibt, es erscheine wahrscheinlich, dass der Neustart von Forza Motorsport aus dem Jahr 2023 der letzte Rundstreckenteil der Serie sein werde. Das ist deren Einschätzung, keine Ankündigung, und so sollte man sie auch behandeln.

Der Ruhestand ist die Geschichte, die Microsoft erzählen darf, und vermutlich nicht die ganze

Einem Veteranen mit 27 Dienstjahren sollte niemand einen würdevollen Abgang missgönnen. Doch dass ein Mitgründer genau dann geht, wenn der Name seines Studios verschwindet, ist kein Zufall, den man einfach abtun kann. Greenawalt verließ kein florierendes Haus. Er verließ eines, das bereits verkleinert, fusioniert und auf die Marken anderer ausgerichtet worden war.

Unsere Einschätzung: Das sieht nach einer Umstrukturierung im Gewand einer Abschiedsfeier aus. Die Würdigung war herzlich, und das soll sie auch sein. Aber eine Würdigung schreibt man auch dann, wenn das, was jemand aufgebaut hat, in etwas anderes überführt wird, nicht wenn es ausgebaut wird.

Forza Horizon hat nicht nur gewonnen: Es hat sein Geschwister gefressen

In der von Gamekult geschilderten Geschichte steckt eine bittere Ironie. Playgrounds ursprünglicher Pitch war Berichten zufolge ein Neustart von Project Gotham Racing, und es war Greenawalt, der das Studio stattdessen auf eine neue Vision von Forza lenkte. Diese Entscheidung bescherte Xbox seinen Open-World-Rennspielhit und mit der Zeit ein Studio, das mächtiger ist als jenes, das es genehmigt hatte.

Gleichzeitig bezeichnet Gamekult den Neustart von Forza Motorsport 2023 als krachenden Misserfolg. Wir würden einen unbequemeren Gedanken ergänzen: Wenn der Open-World-Cousin den Traum so gut verkauft, wird eine auf Rundstrecken fokussierte Simulation intern schwer zu vermitteln. Microsoft musste Simulation nicht hassen. Es genügte, die beiden Bilanzen zu vergleichen.

Das macht die Entscheidung nicht irrational. Es macht sie vorhersehbar. Und gerade das Vorhersehbare macht sie traurig.

Simulationsfans hängen nun von einem Studio ab, dessen größte Stärke woanders liegt

Hier trennen wir uns von jenen, die Konsolidierung für reine Effizienz halten. Playground ist hervorragend in dem, was es tut, doch das ist unbeschwertes, weitläufiges Rennspiel mit Autotraum. Präzise Physik, die Struktur eines Rennwochenendes und die zähe Arbeit an einer Streckensimulation sind ein anderes Handwerk, und Handwerk lebt in Menschen. Wenn das Studio, das dieses Handwerk beherrschte, verkleinert, fusioniert wird und dann noch seinen Mitgründer verliert, geht das institutionelle Wissen mit.

Könnte Playground Games Redmond Motorsport am Leben halten? Vielleicht. Nichts von dem, was wir gesehen haben, deutet auf eine Einstellung der Serie hin, und wir wollen nichts anderes behaupten. Aber „nicht eingestellt“ und „hat eine Zukunft“ sind zwei verschiedene Aussagen. VGTimes erwähnt sogar eine eingefrorene Entwicklung des jüngsten Forza-Motorsport-Teils, was nicht nach einer gesunden Roadmap aussieht.

Fazit: Horizon genießen, aber von Xbox keinen Gran-Turismo-Rivalen mehr erwarten

Wer Forza Horizon mag, merkt heute wenig, und die zusätzlichen Kräfte aus Redmond könnten sogar helfen. Wer Simulation liebt, dem raten wir ehrlicherweise, die Erwartungen zu senken und seine Dosis ernsthaften Rennsports anderswo zu suchen – in der Hoffnung, dass Microsoft uns mit einem klaren Bekenntnis zu Motorsport widerlegt.

Greenawalts Laufbahn reichte von Monster Truck Madness auf dem PC bis zu acht Forza-Motorsport-Spielen über vier Xbox-Generationen. Das ist ein beachtlicher Bogen, und er hätte ein besseres Ende verdient als ein Memo und eine Fusion. Wenn Xbox ihn würdigen will, kann es etwas Einfaches tun: laut sagen, ob es für Forza Motorsport eine nächste Runde gibt. Schweigen ist an diesem Punkt eine Antwort.

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