Jedi 3 weit fortgeschritten, Battlefront 3 nicht: EA setzt auf die sichere Macht
Schreier zufolge ist Jedi 3 weit fortgeschritten, Battlefront 3 noch nicht begonnen. Die Priorität ist richtig, zeigt aber, wie vorsichtig Star-Wars-Spiele geworden sind.
Foto: Ubisoft / Steam (uso editorial)
Welches Star-Wars-Spiel entwickelt EA tatsächlich? Nicht das, das BioWare angeblich die Zukunft gekostet hat. Laut Jason Schreier von Bloomberg ist ausgerechnet das Spiel weit fortgeschritten, auf das Fans seit Jahren warten, während das Spiel, dem die Schließung eines Studios angelastet wird, noch nicht einmal begonnen wurde.
Was Schreier gesagt hat
Bei der Beantwortung von Fragen auf Bluesky nach seinem Bericht über EAs Entscheidung, BioWare zu schließen, schrieb Schreier, „Jedi 3 ist weit in der Entwicklung“ und „Battlefront 3 hat noch nicht einmal begonnen“. Wie Destructoid anmerkt, hieß es in seiner früheren Berichterstattung, EA habe BioWares Mass Effect 5 auf Eis gelegt, weil ein neues Battlefront als sicherere Science-Fiction-Wette erschien. Schreiers eigene Worte dazu laut demselben Artikel: „Sie haben sich entschieden, in Star Wars zu investieren und BioWare deshalb zu schließen.“
Nichts davon ist offiziell. Für Jedi 3 gibt es kein angekündigtes Erscheinungsfenster, und einige Medien geben die unbestätigte Behauptung eines Leakers weiter, das Spiel erscheine 2027. Der Zeitpunkt ist daher Spekulation. Die Annahme, die Game Awards am 10. Dezember seien die natürliche Bühne für eine Enthüllung, ist ebenfalls nur eine Vermutung, wenn auch eine vernünftige.
Die Reihenfolge ist die richtige
Wer wählen muss, wählt Jedi. Respawns Spiele um Cal Kestis haben eine solide Bilanz: VICE beschreibt den ersten Teil als unglaublich gut aufgenommen, 2023 folgte eine beliebte Fortsetzung. Der zweite Teil endete mit einem großen Cliffhanger. Diese Geschichte offen zu lassen und stattdessen ein völlig neues Multiplayer-Projekt zu beginnen, wäre seltsam.
Hinzu kommt eine schlichte Produktionslogik. Ein Studio, das tief in einem Spiel steckt, bringt es zu Ende. Ein Spiel, das nicht begonnen wurde, kann warten, und nach unserer Einschätzung sollte es das auch. Wir vermuten, dass ein Battlefront mit Mehrspielermodus an Zeit und Geld eine größere Wette ist als ein Einzelspieler-Abenteuer mit bereits laufender Geschichte. Nichts in der Berichterstattung deutet darauf hin, dass man es eilig hätte.
Aber was „sicher“ heute bedeutet
Jetzt kommt der unbequeme Teil. Das Argument für beide Spiele scheint auf demselben Wort zu beruhen: sicher. Schreiers Berichterstattung stellt Battlefront 3 als die risikoärmere Wahl gegenüber einem neuen Mass Effect dar, und Jedi 3 ist nach unserer Lesart die Fortführung einer bewährten Reihe. Destructoid geht weiter und deutet das so, dass EA an breit beliebten Marken festhält und Lizenzgeschäfte Vorrang vor Eigenentwicklungen haben. Diese Deutung stammt von dem Medium selbst, passt aber ins Muster.
Wir halten das für die eigentliche Geschichte. Star Wars war einst eine Leinwand für ungewöhnliche, ehrgeizige Ideen. Heute wirken die Spiele wie eine Versicherungspolice. Ein geschlossenes Studio ist der Preis dieser Versicherung, und die Debatte über „sichere“ Investitionen vergisst bequemerweise, dass BioWares jüngste Spiele hinter den Erwartungen zurückblieben, worauf auch Destructoid hinweist. Vorsicht kann vernünftig und trotzdem deprimierend sein.
Wer gewinnt? Die Fans von Cal Kestis natürlich, und wahrscheinlich Respawn, das offenbar genug Spielraum hat, seine Trilogie zu beenden. Wer verliert? Alle, die sich gewünscht haben, dass EA mit eigenen Universen weiter kreative Risiken eingeht. Und Battlefront-Fans bekommen den geringsten Trost: Ein bestätigtes Spiel, das noch nicht einmal begonnen wurde, ist vorerst ein Versprechen und kein Projekt.
Unser Fazit
Freuen Sie sich auf Jedi 3, warten Sie aber auf eine echte Ankündigung, bevor Sie mit Terminen planen. Haben Sie Geduld mit Battlefront 3 und seien Sie skeptisch gegenüber frühen Trailern. Und behalten Sie die größere Frage im Blick, die auch VICE aufwirft: Werden Spielerinnen und Spieler die Schließung von BioWare verzeihen, wenn das neue Projekt gut genug aussieht? Wir vermuten, viele werden das tun. Genau deshalb könnte EAs sichere Wette aufgehen, und genau deshalb sollte sie uns Sorgen machen.
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