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Gamersfera-Redaktion
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God of War Laufey: Die Verschiebung ist richtig, doch Sony schuldet eine Erklärung

Die Verschiebung von Februar auf Mai verschafft einem riskanten God of War ohne Kratos als Hauptfigur Luft und umgeht einen überfüllten Monat. Ein knappes Statement ohne Grund reicht aber nicht.

Veröffentlicht
4. November 2026
Lesezeit
3 min
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Wann hat Sie zuletzt eine Verschiebung erleichtert statt geärgert? God of War Laufey beschert uns gerade dieses seltene Gefühl, und wir finden, es verdient Applaus. Es verdient aber auch eine Nachfrage, die Sony bislang nicht beantworten wollte.

Eine Verschiebung mit Dankeschön, aber ohne Erklärung

Santa Monica Studio hat angekündigt, dass Laufey vom 16. Februar auf den 20. Mai 2027 rückt, weiterhin als PS5-Exklusivtitel. Die Ankündigung bestand aus einem kurzen Statement in den sozialen Medien. Darin spricht das Team von „letzten Feinschliffen“ und davon, das Spiel „zu seinem vollen Potenzial“ zu führen. Wie Eurogamer anmerkt, nannte das Studio keinen konkreten Grund.

Mehr offizielle Auskunft gibt es nicht: drei Monate, ein Dank an die Fans und das Versprechen baldiger Neuigkeiten.

Drei Monate sind eine günstige Versicherung für das riskanteste God of War bisher

Schauen Sie sich an, was Laufey vorhat. Es ist der erste Teil der Reihe, in dem nicht Kratos die Hauptrolle spielt. Faye übernimmt, in einer Version des Jenseits, die Götter aus mehreren Mythologien vermischt. Nach den uns vorliegenden Berichten spielt es sich zudem anders als die jüngsten Teile, mit schnellerem Kampf und akrobatischerer Action, was in der 23-minütigen Gameplay-Vorstellung zu sehen ist. Und das Studio sagt, dass Kratos’ nächstes Abenteuer an die Ereignisse hier anknüpfen wird.

Das ist viel Last für ein einziges Spiel: den Protagonisten wechseln, den Rhythmus des Kampfes ändern und zugleich den erzählerischen Staffelstab für die Zukunft der Franchise tragen. Eine Reihe mit so viel Vertrauen übersteht vieles, aber auf einen wackligen Start eines Experiments würden wir nicht wetten. Drei zusätzliche Monate Feinschliff kosten dagegen sehr wenig. Unserer Ansicht nach verhält sich ein Studio, das bei einem so ehrgeizigen Projekt sagt „Wir brauchen mehr Zeit“, wie jemand, der versteht, was auf dem Spiel steht.

Wir sollten vorsichtig sein, keine Gedanken zu lesen. Das Statement sagt nichts über konkrete Probleme, und wir tun nicht so, als wüssten wir, woran das Team arbeitet. Doch „letzte Feinschliffe“ ist die Sprache eines Spiels, das nah dran ist, nicht eines Spiels in Schwierigkeiten. Wir verstehen es als optimistische Verschiebung, auch wenn das eine Interpretation und keine Tatsache ist.

Den Februar zu meiden ist klug, auch wenn Sony es nicht sagt

Der Kalender übernimmt einen Teil der Argumentation. Eurogamer weist darauf hin, dass der Februar 2027 ohnehin mit spannenden Veröffentlichungen vollgepackt ist, und nennt den Fable-Neustart, Persona 4 Revival und Metro 2039. Einen großen, riskanten Exklusivtitel mitten in dieses Gedränge zu setzen, hätte bedeutet, Spieler zwischen ihm und Spielen wählen zu lassen, auf die sie womöglich seit Jahren warten.

Mit dem Wechsel auf Mai verlässt Laufey dieses Gedränge und macht den Februar nebenbei für alle anderen weniger umkämpft. Ob das das Motiv war, können wir nicht sagen, denn das Studio hat es nicht gesagt. Als Effekt ist es jedoch schwer zu bestreiten. Ein Flaggschiff, das mit Raum zum Gesprächsthema erscheint und nicht als ein weiterer Eintrag im Backlog, hat bessere Chancen.

Das Schweigen ist die Schwachstelle

Hier widersprechen wir. Verschiebungen sind normal; vage Verschiebungen sind eine Entscheidung. Wer vorbestellt oder den Winter um den Februar herum geplant hat, verdient ein klareres Bild als ein Statement, das über jedes beliebige Spiel hätte geschrieben werden können. Fließt die zusätzliche Zeit in die Feinabstimmung des Kampfes, in die Performance, in Inhalte? Wir brauchen keine Nachbetrachtung. Wir brauchen einen ehrlichen Satz.

Transparenz zahlt sich auch kommerziell aus. Erklärt ein Publisher eine Verschiebung in klaren Worten, lautet die Geschichte „Man kümmert sich darum“ statt „Was stimmt damit nicht?“. Ohne das füllt Spekulation die Leere, und Spekulation ist selten freundlich zu einem Spiel, das ohnehin anders aussieht als seine Vorgänger. Das Studio hat versprochen, „bald mit weiteren Neuigkeiten zurück“ zu sein, und wir nehmen es beim Wort. Doch „bald“ sollte mit einem Termin, einer Präsentation oder einem Entwicklertagebuch verbunden sein, nicht nur mit einer Stimmung.

Unser Urteil

Abwarten. Laufey im Mai ist besser als Laufey im Februar, und das nicht nur, weil der Kalender freundlicher ist. Ein neuartiges God of War, angeführt von einer Figur, die die Reihe noch nie getragen hat, sollte nicht überstürzt veröffentlicht werden, nur um einen ohnehin festgelegten Termin zu halten.

Sony sollte jetzt Folgendes tun: die kommenden Monate nutzen, um das Spiel zu zeigen, zu erklären, was die Verschiebung bringt, und die Fans als Menschen behandeln, die eine klare Antwort vertragen. Dann wird man sich an die Verschiebung als sinnvoll erinnern. Schweigt Sony weiter, wird man sich vor allem an das Schweigen erinnern.

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