Das Weiße Haus bedient sich weiter bei Zelda, und die Publisher sollten nicht länger achselzucken
Ein KI-Video des Weißen Hauses am Tag des Ocarina-of-Time-Remakes zeigt, wie wenig Kontrolle Publisher über ihr geistiges Eigentum haben und wie riskant das Schweigen ist.
KI-generiertes Bild
Was sagt es über eine Marke aus, wenn die mächtigste Kommunikationsmaschine des Landes am Starttag ihr Kostüm überstreifen kann – und nach den vorliegenden Berichten niemand mit einer Rechtsabteilung reagiert? Das ist die unbequeme Frage hinter dem jüngsten Video des Weißen Hauses.
Das wissen wir. Laut Multiplayer.it teilte das Weiße Haus ein KI-generiertes Video, das Zelda: Ocarina of Time in eine Hommage an Donald Trump verwandelt. Everyeye zufolge kehrt das Weiße Haus zu Zelda zurück, um Trump zu feiern, mit einem Video, das am Tag des Remake-Starts veröffentlicht wurde. Es ist nicht das erste Mal: Adnkronos berichtete im September, das X-Konto des Weißen Hauses habe einen Clip im Retro-Gaming-Stil mit dem Titel „The Legend of Trump: Make America Great Again“ gepostet. Wie ein italienischer Bericht schildert, zeigt der Clip einen stilisierten Trump, der das Weiße Haus betritt, im Oval Office Platz nimmt und Dokumente unterzeichnet.
Der Zeitpunkt ist die ganze Botschaft
Das Remake erschien am 5. November für Nintendo Switch 2, und Everyeye berichtete am nächsten Morgen über die Menschenmengen bei den Mitternachtsverkäufen. Ein Video an diesen Moment zu koppeln, halten wir für keinen Zufall. Es ist parasitäres Marketing in Reinform: die Aufmerksamkeit nutzen, die ein Publisher über Jahre aufgebaut hat, und das eigene Gesicht daran heften.
Das ist unseres Erachtens die eigentliche Geschichte, mehr noch als die Politik. Ein Regierungskonto scheint nichts lizenzieren, nichts verhandeln und nicht einmal nachfragen zu müssen. Es braucht ein wiedererkennbares Logo, eine Bildschirmanzeige und ein generatives Werkzeug. Ein italienischer Bericht über ein Zelda-Video des Weißen Hauses beschreibt das Spiellogo als verändert, sodass es Trumps Namen enthält, dazu eine Bildschirmanzeige und Bilder, die vage an einen Titel für das Nintendo 64 erinnern. Das genügt. Spieler lesen diese Bildsprache sofort, und genau deshalb funktioniert sie als Requisite.
Schweigen ist eine Haltung, ob man es will oder nicht
Ob Nintendo zu den Zelda-Videos etwas gesagt oder unternommen hat, geht aus der Dokumentation nicht hervor, daher spekulieren wir nicht. Wir können aber sagen, wie das Muster von außen aussieht. Unternehmen, die ihre Figuren energisch gegen Fanprojekte verteidigen, haben vermutlich deutlich weniger Mittel, wenn die Gegenseite ein Regierungskonto mit riesiger Reichweite ist. Sich zu wehren bedeutet einen Streit, den mitten in einem von der Kritik gefeierten Start niemand will. Zu schweigen bedeutet, dass das Kostüm angezogen bleibt. Beides schmerzt, und der Absender weiß das vermutlich. Aus unserer Sicht ist genau diese Asymmetrie der Zweck.
KI macht das Problem schlimmer, nicht besser. Eine überzeugende Nachahmung erforderte früher Aufwand und Können; heute genügt ein Prompt. Wenn ein Konto das für eine Präsidentenmarke kann, kann es jeder für jede Marke, und die Regeln jedes Publishers zum geistigen Eigentum sind nun zwangsläufig auch Regeln zu generativen Werkzeugen.
Die Branche sollte das nicht mehr als peinlich, sondern als Präzedenzfall behandeln
Nintendo steht stark da. Vizepräsident Nate Bihldorff sagte gegenüber Polygon, neue Spiele und Remakes hätten beide ihren Platz im Programm des Unternehmens, mit gleicher Bedeutung, und Multiplayer.it deutet das als Zeichen, dass weitere Remakes geplant sind. Dasselbe Medium nennt dieses Remake die beste Version dessen, was es für das beste Spiel aller Zeiten hält. Wer so stark auf alte Marken setzt, hat allen Grund, sich dafür zu interessieren, wer sie sich überstreift.
Unser Fazit: Publisher und die Verbände, die für sie sprechen, sollten klar und laut sagen, dass Spiele keine neutrale Wahlkampfkulisse sind. Dafür muss man keiner Partei beistehen. Eine Erklärung könnte für jeden politischen Akteur jeder Couleur dasselbe sagen: Nutzt unsere Figuren, unsere Logos und unsere Veröffentlichungen nicht, um einen Kandidaten zu verkaufen. Schweigen wirkt wie Achselzucken, und Achselzucken lehrt das nächste Konto, dass der Preis null ist.
Für Spieler ist der nützliche Schritt einfacher: Achten Sie darauf, wenn ein Spiel, das Sie lieben, als Transportmittel benutzt wird, für wen auch immer die Botschaft bestimmt ist. Und an die Unternehmen, die diese Spiele machen: Wer das wortlos durchgehen lässt, hat sein geistiges Eigentum nicht verteidigt. Er hat allen gezeigt, wie man es sich nimmt.
Noch keine Themen: Eröffne das erste.
Weitere Artikel
Elder Scrolls VI: Sentinel hat einen Namen, aber ein Name ist noch kein Spiel
Die Enthüllung zu Bethesdas 40. Jubiläum ist Markenpflege, kein Fortschritt. Der Untertitel zeigt vor allem, dass das Warten weitergeht. Bewertet das Studio nach dem, was es zeigt.
4 Millionen in 3 Tagen: Phantom Blade Zero ist kein Zufall – Chinas AAA-Ära beginnt
S-Games Action-Rollenspiel verkaufte in 72 Stunden über vier Millionen Exemplare. Westliche Publisher sollten es nicht als Kuriosum abtun: Es ist der zweite Beleg in zwei Jahren.
GTA VIs 20-Dollar-Upgrade ist ein Test dafür, was Spieler akzeptieren
Rockstars Ultimate Edition für 100 Dollar verkauft Autos, Waffen, Kleidung und Läden obendrauf. Vor der Vorbestellung lohnt die Frage, wofür die 20 Dollar Aufpreis wirklich stehen.
Jedi 3 weit fortgeschritten, Battlefront 3 nicht: EA setzt auf die sichere Macht
Schreier zufolge ist Jedi 3 weit fortgeschritten, Battlefront 3 noch nicht begonnen. Die Priorität ist richtig, zeigt aber, wie vorsichtig Star-Wars-Spiele geworden sind.



