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Resident Evil Requiem legt das Problem der Xbox im Einzelhandel offen

Die PS5-Performance von Resident Evil Requiem ist nicht nur ein Konsolensieg: Zielgruppengröße, Sichtbarkeit im Handel und Disc-Kultur verstärken sich gegenseitig.

Veröffentlicht
21. Oktober 2026
Lesezeit
5 min
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Foto: Capcom / sala de prensa (uso editorial)

Was bedeutet es, wenn ein Multiplattform-Blockbuster auf der PS5 mehr physische Exemplare verkauft, als Xbox offenbar über alle Versionen hinweg verkaufen kann? Nicht, dass Discs die digitale Distribution plötzlich besiegt hätten. Die unangenehmere Antwort lautet: Physische Verkäufe legen den Unterschied zwischen einer Plattform und einem sichtbaren, verlässlichen Markt für diese Plattform offen.

Das von Alinea Analytics erstellte und von IGN berichtete Modell schätzt, dass Resident Evil Requiem auf PC, PS5 und Xbox Series X|S 8,5 Millionen Exemplare verkauft hat. Auf die PS5 entfallen demnach 48,1 Prozent dieser Verkäufe, also rund 4,01 Millionen Exemplare, während Xbox 8,6 Prozent beziehungsweise etwa 731.000 Exemplare ausmacht. Ein späterer Bericht von Digg besagt, dass mehr als 4 Millionen PS5-Exemplare verkauft wurden, darunter 1,2 Millionen physische Einheiten. Dabei handelt es sich um modellbasierte Schätzungen und nicht um vom Publisher gemeldete Plattformzahlen. Sie sollten daher eher als Marktsignal denn als abschließende Prüfung verstanden werden.

Die PS5 gewinnt, weil Größe jeden Vertriebskanal stärkt

Die naheliegende Erklärung ist die Hardwarebasis. Im selben IGN-Bericht heißt es, dass bis Juni 95,3 Millionen PS5-Konsolen ausgeliefert worden waren, während die Xbox Series X|S schätzungsweise etwas mehr als 35 Millionen Einheiten erreicht hatte. Allein diese Zahlen machen einen Vorsprung der PS5 wenig überraschend. Sie erklären jedoch nicht vollständig, warum die Lücke bei einer großen Veröffentlichung eines Drittanbieters so deutlich ausfällt.

Eine große installierte Basis liefert mehr als nur zusätzliche potenzielle Kunden. Sie gibt Händlern einen Grund, Exemplare auf Lager zu nehmen, und Publishern die Sicherheit, sie zu produzieren. Außerdem verschafft sie der Plattform eine kulturelle Sichtbarkeit, durch die das Produkt vor den Augen der Käufer bleibt. Eine Disc im Ladenregal ist nicht einfach ein weiteres Verkaufsformat, sondern auch ein Marketinginstrument. Wenn ein Ökosystem mehr Regalfläche und lokale Aufmerksamkeit erhält, startet das nächste Spiel bereits mit einem eingebauten Vorteil.

Deshalb sind die gemeldeten 1,2 Millionen physischen PS5-Exemplare relevant. Sie beweisen nicht, dass physische Medien dominieren: GamesRadar berichtet, dass in den USA nur 22 Prozent der Verkäufe des Spiels auf physische Exemplare entfielen, verglichen mit 40 Prozent im Vereinigten Königreich, 43 Prozent in Australien und 51 Prozent in Japan. Stattdessen zeigen sie, dass die PS5 nach wie vor über ausreichend Präsenz im Einzelhandel verfügt, damit die Nachfrage nach physischen Exemplaren bei einem Blockbuster kommerziell relevant wird.

Das Problem der Xbox besteht nicht einfach darin, dass Spieler digitale Versionen bevorzugen

Microsoft kann zu Recht auf den allgemeinen Wandel hin zu Downloads verweisen. Diese Verteidigung wird jedoch schwächer, wenn der Vergleich nicht physisch gegen digital lautet, sondern Plattform gegen Plattform. Xbox könnte digitale Käufer haben, die in den Daten des Einzelhandels nicht auftauchen. Außerdem könnten Spieler den PC bevorzugen, auf den laut Schätzung 43,4 Prozent der Verkäufe von Requiem entfallen. Ein Ökosystem, das im Handel wiederholt an Sichtbarkeit verliert, riskiert jedoch mehr als Disc-Umsätze: Es verliert die Gewohnheit der Käufer, zuerst an diese Plattform zu denken.

Das ist für eine Reihe wie Resident Evil relevant, deren Publikum sich über verschiedene Regionen und Generationen verteilt. Die im GamesRadar-Bericht festgestellte nahezu ausgeglichene Verteilung zwischen physischen und digitalen Verkäufen in Japan ist besonders aufschlussreich, auch wenn sie nicht auf die USA übertragen werden sollte. In Märkten, in denen Discs weiterhin zur Kaufkultur gehören, kann die Präsenz einer Plattform im Einzelhandel nach wie vor das kommerzielle Schicksal einer Veröffentlichung prägen.

Die Xbox-Zahl ist daher beunruhigender als ein gewöhnlicher Unterschied beim Marktanteil. Wenn ein Spiel mit geschätzten 8,5 Millionen Verkäufen nur rund 731.000 Xbox-Exemplare hervorbringt, setzt die Konsole ihre bloße Existenz nicht in eine vergleichbare Dynamik bei der Software um. Wir glauben, dass dies auf eine Rückkopplung hindeutet: Weniger Käufer führen zu einer geringeren Bedeutung im Einzelhandel, eine schwächere Präsenz im Handel erschwert die Entdeckung, und die geringere Sichtbarkeit lässt die Plattform bei der nächsten großen Veröffentlichung weniger unverzichtbar erscheinen.

Die Lücke bei physischen Verkäufen ist ein Symptom, nicht die gesamte Diagnose

Es wäre gefährlich, physische Verkäufe als vollständige Rangliste zu betrachten. Der geschätzte Steam-Anteil von Requiem ist fast so groß wie der PS5-Anteil, und die verfügbaren Berichte liefern keine vergleichbare Zahl für physische Xbox-Exemplare. Außerdem lässt eine physische Kopie nicht erkennen, ob ein Spieler einem Ökosystem treu bleibt, herunterladbare Inhalte kauft oder die nächste Konsole erwirbt.

Trotzdem sind die Daten zu physischen Verkäufen wertvoll, weil sie ungewöhnlich konkret sind. Digitale Ranglisten können den Unterschied zwischen einer treuen Plattformgemeinschaft und einem größeren PC-Markt verwischen. Ladenregale machen die kommerzielle Hierarchie sichtbar. Die PS5 scheint sowohl über die Nutzer als auch über die Einzelhandelsinfrastruktur zu verfügen, um eine hochkarätige Veröffentlichung in ein sich selbst verstärkendes Ereignis zu verwandeln. Xbox verlässt sich dagegen offenbar auf eine kleinere Konsolenbasis und konkurriert gleichzeitig mit dem eigenen PC-Ökosystem um Aufmerksamkeit.

Das ist nicht zwangsläufig fatal. Eine Plattform kann durch Dienste, plattformübergreifenden Zugriff und starke Software relevant bleiben. Doch Multiplattformspiele zeigen, wie gesund die Zielgruppe einer Konsole tatsächlich ist, ohne den schützenden Effekt von First-Party-Exklusivität. Wenn Xbox bei einer großen Resident-Evil-Veröffentlichung keine stärkere Präsenz erzeugen kann, wird es schwieriger zu argumentieren, dass Drittanbieter die Konsole als gleichwertige Möglichkeit für den Einzelhandel behandeln sollten.

Xbox braucht Sichtbarkeit ebenso dringend wie Käufer

Die Lehre daraus lautet nicht, dass Discs die PlayStation retten oder Xbox zum Untergang verurteilen werden. Sie lautet, dass Zielgruppengröße, Vertrauen des Einzelhandels und physische Kaufkultur sich weiterhin gegenseitig verstärken, selbst in einem Markt, in dem digitale Verkäufe in einigen Regionen dominieren. Die PS5 ist hier der Gewinner, doch der eigentliche Gewinner ist die Dynamik, die eine Plattform entwickelt.

Unser Fazit: Der gemeldete Vorsprung bei physischen Verkäufen sollte als Beleg für das Problem der kommerziellen Sichtbarkeit von Xbox betrachtet werden, nicht als eigenständiger Sieg der Discs. Resident Evil Requiem verkauft sich insgesamt stark, und das sind gute Nachrichten für Capcom. Für Xbox lautet die entscheidende Frage jedoch nicht mehr, ob es eine eigene Version gibt. Entscheidend ist, ob genug Menschen sie sehen, kaufen und die Plattform dadurch als unverzichtbar empfinden, wenn der nächste Blockbuster erscheint.

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